Experte: Fabian Tausch, Podcast-Unternehmer | Was macht einen guten Podcast aus? Was sind häufige Fehler? Wie kann man eine Zielgruppe erreichen? Wie macht man aus Kunden Fans? In den vergangenen Tagen hat Fabian Tausch im Rahmen des Open Network in Berlin und Köln erklärt, warum ein guter Podcast mehr ist als schnödes Audio-Gelaber.

Fabian Tausch ist 21 Jahre alt, seit Oktober 2016 führt er den Jungunternehmerpodcast, eine erfolgreichen Gesprächsplattform, auf der er sich in lockerer Form mit den Chefs großer Unternehmen und junger Start-Ups unterhält. Mit jeder Folge erreicht er 8.000 bis 10.000 Zuhörer – und das Interesse wächst stetig. „Podcasts boomen gerade“, sagt Tausch. Man müsse zwischen drei Arten von Podcasts unterscheiden: den newsgetriebenen, den unterhaltenden und den, der Lerninhalte vermittelt.

Doch wie schafft es ein junger Podcast-Produzent, bis in die geschützten Chefetagen großer Unternehmen vorzudringen? Ganz einfach: Fabian Tausch schreibt den Firmenchefs eine Nachricht, er stellt sich vor und rechnet eigentlich immer damit, dass seine Gesprächspartner ablehnen. Doch das tun eben nicht alle. „Es gibt immer eine Chance“, sagt Fabian Tausch. Man müsse nur daran glauben. Sein Vorteil sei, dass er seinen Gesprächspartnern nichts verkaufen wolle: „Ich gebe ihnen eine Plattform, auf der sie sich authentisch präsentieren können.“ So sei es ihm oft gelungen, führende Köpfe namhafter Unternehmer „vom Hintergrund nach vorn zu holen“. Mit ihnen spricht er dann in lockerer Form und spontan über ihren beruflichen Werdegang, ihre Motivation und ihre Visionen – meist ohne Script, nur in seltenen Fällen schneidet er später Sätze heraus. „Ich verstelle mich nicht“, sagt Fabian Tausch. Das würden sowohl Zuhörer als auch Gesprächspartner merken. Er ermutigt Interessierte, sich mit Podcasts zu beschäftigen, sie seien ohne große Kosten zu produzieren, man könne damit sogar viel Geld verdienen. Er selbst verzichte aber auf Werbung. Ihm gehe es eher um die Kontakte.

Tausch erklärte auch, dass es aus seiner Sicht entscheidend sei, die Zuhörer wirklich ernst zu nehmen und eine wachsende Community aufzubauen: „Als Podcaster ist es nicht so einfach, eine relevante Reichweite aufzubauen. Man muss dabei viel Zeit investieren.“ Für Tausch ist die Kommunikation mit dem Konsumenten ganz wichtig. Er beantwortet jede Anfrage per Mail, WhatsApp oder über die sozialen Netzwerke persönlich und möglichst zeitnah.

Die wichtigste Frage des Abends war, ob der Podcast ein langlebiges Medium sei oder bald wieder verschwinden werde, beantwortete Fabian Tausch so: „Ich persönlich glaube, dass es damit morgen nicht schon wieder vorbei ist.“ Und er hat selbst längst neue Pläne. Den Jungunternehmerpodcast führt er noch bis zum Ende des Jahres, dann startet er ein neues internationales Projekt. Dafür ist er schon viel umhergereist: „Ich führe weiterhin Interviews mit Menschen, die darauf Bock haben.“

Der Speaker

Fabian Tausch hat sein Studium nach vier Wochen geschmissen, hochkarätige Gesprächspartner akquiriert, Interviews geführt, einen Podcast für Jungunternehmer entwickelt und in die Ohren der Zielgruppe gebracht  – und ist nebenbei selbst zum Jungunternehmer geworden: Das ist die Geschichte von Fabian Tausch, 21 Jahre alt.

Neben seinem „Jungunternehmer Podcast“ hat sich Fabian Tausch als Podcast-Produzent selbstständig gemacht, hält Vorträge für Marketingverantwortliche, berät Unternehmen und Agenturen bei der Planung von Audio-Content.