23. August 2018, 18 Uhr, Newscafé, Berlin | Experte: Thomas Saueressig, Chief Information Officer (CIO) im Bereich IT Services von SAP SE | Digitale Transformation, künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen – Schlagworte der Moderne, die am Donnerstagabend im Newscafé des DuMont Berliner Verlags aus dem Graubereich ins Konkrete geholt wurden. Beim Open Network drehte es sich diesmal um den Arbeitsplatz der Zukunft. Zu Gast war Thomas Saueressig, „Chief Information Officer im Bereich IT Services“ des Software-Konzerns SAP. Klar, dass bei einem solchen Titel seltener vom modernen Büro, dafür mehr vom „Future Office“ die Rede war.

Die Gäste konnten in einer kurzweiligen Stunde erfahren, wohin im Geschäfts- und Büroalltag die Reise geht und wie ein moderner Arbeitsplatz aussehen könnte. Dafür skizzierte der SAP-Manager zunächst den Ausgangpunkt. Technische Entwicklungen habe es immer gegeben, sagte er. Daran werde sich auch künftig nichts ändern. Allerdings verliefen diese noch nie so rasend schnell ab wie in der Gegenwart. Während etwa das Analog-Telefon noch 75 Jahre benötigte, um 100 Millionen Nutzer zu erreichen, schaffte es das Handyspiel Pokemon Go in nur zwei Wochen.

Dies, so Saueressig, sei eine Herausforderung, vor allem aber eine Chance. Denn neue Geschäftsmodelle könnten sich ebenso rasant entwickeln. Vor diesem Hintergrund sei Unternehmensgröße längst nicht mehr die Garantie, um im Wettbewerb gewinnen oder wenigstens bestehen zu können: „Es geht darum, ob man zu denen gehört, die am schnellsten auf neue Anforderungen reagieren.“

Trotz zunehmender künstlicher Intelligenz sieht Saueressig dabei den Menschen im Mittelpunkt. Empathie und Kreativität würden Computer nie ersetzen können, sagte er. „Kommunikation ist dabei ein stetig an Bedeutung gewinnender Produktivitätsfaktor.“ Wissen müsse effektiv verteilt werden.

Bei SAP seien heute bereits 85.000 Mitarbeiter mit einem Smartphone ausgestattet, und es gebe keinen Geschäftsprozess mehr, der nicht auf einem iPhone- oder Android-Handy abgebildet werden könne. „Cloud First“, lautet in dem Konzern die Devise, mit der möglichst viele Mitarbeiter schnell auf den jeweils aktuellen Wissenstand gebracht und einbezogen werden soll. Laut Saueressig haben die Mitarbeiter den Mehrwert erkannt. In jüngsten Umfragen gaben sie den IT-Angeboten Spitzennoten. Zudem rangiere SAP in punkto Mitarbeiterzufriedenheit unter den besten fünf Prozent der IT-Organisationen weltweit.

Ist demnach das klassische Büro ein Auslaufmodell? Wird man in Zukunft nur noch von unterwegs arbeiten? Saueressig glaubt nicht daran. Für ihn habe der gemeinsame Arbeitsplatz auch in Zeiten „virtueller Zusammenarbeit“ seine Berichtigung. Die soziale Komponente des Büros sei nicht zu unterschätzen und enorm wichtig.

In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant: Eine Umfrage des Münchener Instituts IDG Research Services ergab, dass rund ein Drittel derjenigen, die von zu Hause aus arbeiten dürfen, diese Möglichkeit niemals nutzen. Immerhin 40 Prozent arbeiten demnach vereinzelt vom heimischen Schreibtisch aus, 20 Prozent an bestimmten Wochentagen. Als größte Nachteile des Home Office sehen die Arbeitnehmer laut Studie weniger fehlende Anerkennung oder Nachteile für die berufliche Entwicklung, sondern soziale Isolation.

 

Über den Speaker:

Thomas Saueressig ist Chief Information Officer, Global Head of IT Services und Mitglied des SAP Chief Technology Officer Circle. In seiner Funktion als CIO der SAP vertritt er SAP IT intern und extern. Unter seiner Führung verfolgt die IT-Organisation der SAP einen „Cloud First“-Ansatz, um flexibler zu werden und sich stärker an den Bedürfnissen der Benutzer und den geschäftlichen Anforderungen zu orientieren. Seine Teams ermöglichen neue Geschäftsmodelle und optimieren Geschäftsprozesse durch Einsatz neuester Technologien und Innovationen, um einen modernen Arbeitsplatz mit zufriedenen Kunden und Endanwendern zu gewährleisten.