24. April 2018, 18 Uhr, Hamburg | Experten: Maren Courage & Oliver Autumn vom VR Business Club | In andere Welten eintauchen und Geschichten im Journalismus neu aufbereiten – das war am Dienstagabend Thema beim DuMont „Open Network“ in den 747 Studios in Hamburg. Im Talk waren unter anderem die Digital Manager der Hamburger Morgenpost Marc Baumgart und Percy Schramm, sowie die VR-Experten Matthias Wolk, Tim B. Frank und Mirko Schönherr.

So wie das Smartphone schon längst zum Alltagsgegenstand geworden ist, sollen bald auch sogenannte Virtual Reality-Brillen massentauglich werden. Sie sollen den Zugang zu simulierten Welten ermöglichen.

Schon jetzt kann man mit Apps auf dem Smartphone Wohnungen virtuell einrichten oder im Supermarkt einkaufen. Die Brillen sollen das Smartphone in diesem Punkt ersetzen – mit dem Vorteil, dass man nicht mehr nur auf einen Bildschirm schaut, sondern komplett in den 360°-Raum eintauchen kann.

Die Möglichkeiten von VR sind aber weit größer. Und neben anderen Berufsfeldern kann auch der Journalismus kann davon profitieren. Informationen könnten anders und näher rübergebracht werden, Geschichten würden authentischer werden, weil sie die Welt zeigen, wie sie wirklich ist und nicht mehr nur einen Bildausschnitt. Die Verweildauer der User soll erhöht werden, ebenso wie die Glaubwürdigkeit des Journalismus.

„Dadurch eröffnet sich eine neue Art des Storytellings. Durch die 360°-Videos hat man nicht mehr nur Foto und Text, sondern man taucht in den Raum ein und ist plötzlich mittendrin“, so Matthias Wolk. Der VR-Experte warnte jedoch auch, dass man dadurch in gefährliche Situationen eindringen könne: „Man kann sich durch VR an Orte begeben, an die man sonst nicht kommt. Zum Beispiel kann man mit der Brille an den Ort einer Geiselnahme reisen, deren Szenen rekonstruiert wurden. So erlebt man die Emotionen der Geschichte selbst, ist ein aktiver Teil. Man kann sich besser in die Situation hineinversetzen und sich seine eigene Meinung bilden.“

Probleme der virtuellen Realität seien derzeit noch, dass die Kosten für die Erstellung solcher 360°-Videos relativ hoch sind. Die Brillen hingegen würden günstiger werden und leichter zu bedienen sein. Ein anderes Problem ist, dass die Reichweite und Zielgruppe der Videos noch undifferenziert sind. Da man sich in den Räumen auch mit anderen Personen treffen kann, müssen ebenfalls noch Regeln für das Agieren in virtuellen Welten aufgestellt werden.

Die Experten raten zudem: Zeitungen, die dem neuen Trend, der längst nicht mehr nur ein Hype sein soll, folgen wollen, sollten schnell sein und sich überlegen, bei welchen Geschichten der Einsatz Sinn macht.