18.01.2018, 17.30 Uhr, Köln und 05.04.2018, 18 Uhr, Hamburg | Experte: Dustin Figge, Gründer Homelike | „Do what you love an love what you do“ – Dustin Figge (32), Gründer der Immobilienplattform „Homelike“, eröffnete am Donnerstagabend das Open Network in Köln mit einem Motto, für das sein Unternehmen stehen soll. Leidenschaft für ein Thema, Wertschätzung für die Mitarbeiter und Innovation beim Produkt sind bei „Homelike“ Kernbotschaften der Kultur. Und der Erfolg gibt ihnen recht: Die Plattform, die seit 2014 die Immobilienbranche und den Geschäftsreisemarkt zusammenbringt, wächst Monat für Monat rasant. 750.000 gebuchte Nächte hat das „Homelike“-Team, das inzwischen aus 55 Mitarbeitern besteht, seit der Gründung vor drei Jahren abgewickelt. Schon bald wird die Millionen-Marke geknackt werden.

„Uns ist es wichtig, dass der gesamte Buchungsprozess online abgebildet wird – von der Apartmentsuche, bis zur Anfrage und Buchung inklusive Online-Bezahlung und Mietvertragsunterschrift“, sagt Figge. „Wir digitalisieren den Markt für möbliertes Wohnen und fokussieren uns auf reibungslose Prozesse, höchste Qualität, rechtliche Sicherheit und Professionalität“.

Figge macht auch die Abgrenzung zu „Airbnb“ deutlich: „Das ist für uns überhaupt keine Konkurrenz. „Airbnb“ und auch andere Plattformen wie HRS decken den Markt für kürzer Reisende ab. Hier buchen die Kunden meist nur wenige Tage. Wir haben uns ganz klar auf Geschäftsreisende konzentriert, die mindestens einen Monat in einer anderen Stadt wohnen müssen und nicht in der Anonymität in einem Hotel leben wollen.“ Zudem seien die Unterkünfte bei „Homelike“ im Gegensatz zum Hotel mit einer durchschnittlichen Monatsmiete von 1200 Euro um bis zu 40 Prozent günstiger: „Und bei Homelike bekommen Sie eine voll eingerichtete Wohnung mit Küche und mindestens WIFI – und eben nicht nur ein Zimmer, das 16 Quadratmeter groß ist.“

Figge zeigte eine Grafik, die die Abtrennung von den anderen großen Playern wie „Airbnb“ deutlich machte. Etwa 40 Prozent aller Reisenden buchen Unterkünfte für einen bis neun Tage. Weitere 30 Prozent bleiben zehn bis 30 Tage. Und die restlichen 30 Prozent suchen ein Apartment für mindestens einen Monat und sind damit genau die „Homelike“-Zielgruppe. Und das seien nicht zwingend nur Geschäftsreisende, betonte Figge:  „Wir haben Gäste aus den verschiedensten Gründen. Wir hatten schon berühmte Schauspieler, die wegen längerer Dreharbeiten eine Unterkunft gesucht haben, wir hatten Fußballspieler nach einem Vereinswechsel. Immer wieder haben wir auch Gäste bei uns, die sich gerade von ihrem Lebenspartner getrennt haben und aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sind.“ Aber der Großteil seien schon Geschäftsreisende: „Immer mehr Firmen gehen zum Beispiel dazu über, ihren neuen Mitarbeitern über einen gewissen Zeitraum eine Wohnung bei „Homelike“ zu mieten, damit sie genug Zeit haben, sich in der neuen Stadt nach einer passenden Unterkunft umzusehen.“

Das Geschäft funktioniert also. Das liegt allerdings nicht nur an der richtigen Idee, sondern auch an der passenden Umsetzung. Für Figge und seinen Mit-Gründer Christoph Kasper geht Qualität vor Quantität. Jede Wohnung, die ins Portfolio aufgenommen werden soll, wird vorher gründlich geprüft – meist sogar von einem Mitarbeiter persönlich vor Ort. Alles wird genau dokumentiert. Kommunikation ist bei „Homelike“ ein hohes Gut. Mit Messengerdiensten wie Slack und Jira tauschen sich die Mitarbeiter aus. Fehler können so dokumentiert und schnellstmöglich behoben werden. „Auch wenn wir extrem wachsen, wollen wir unsere Mobilität nicht verlieren“, sagt Figge. „Das ist uns ganz wichtig.“ Wenn ein Mitarbeiter eine gute Idee hat, soll diese innerhalb von 48 Stunden auf der Plattform umgesetzt sein.

Ein wichtiger Faktor bei „Homelike“ sind zudem die Daten. Nur mit den richtigen Informationen können den Kunden die auf sie perfekt zugeschnittenen Angebote unterbreitet werden. „Wir sind noch längst nicht am Ende unserer Möglichkeiten angelegt“, sagt Figge. „Die Vermittlung des Wohnraums ist nur der erste Schritt. Wir sehen noch viele Möglichkeiten, um den Kunden glücklich zu machen. Wir können zum Beispiel Kooperationen mit Fitnessstudios eingehen, die Kurzmitgliedschaften ermöglich. Und das ist nur eine von vielen Ideen, die wir haben.“

Aber eines ist ganz klar. Und das hat Figge auch ganz zum Schluss noch einmal betont: „Leidenschaft ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Learnings aus seinem Vortrag

• Digitalisierung ist Teil der DNA von Homelike
• Die Qualität muss immer über der Quantität stehen
• Globale Megatrends wie Flexibilität, Mobilität und das internationale Zusammenwachsen definieren den Geschäftsreisemarkt neu
• Angebot und Nachfrage müssen sich auch in Spitzenzeiten die Waage halten
• Erst wenn ein Prozess analog funktioniert, geht er auch online
• Digitale Kommunikation über alle Abteilungen hinweg ist ein wichtiger Erfolgsbaustein
• Mitarbeiter müssen Teil der Story sein, weil sie sich dann mit der Aufgabe identifizieren
• Done is better than perfect – umgesetzt ist besser als (unendliches) Perfektionieren
• Leidenschaft ist der Schlüssel zum Erfolg

Über den Speaker

Dustin Figge hat in Köln BWL studiert. Anschließend war er unter anderem Vorstandsassistent bei Bertelsmann und hat in China und San Francisco gelebt. 2014 hat Figge gemeinsam mit Christoph Kasper Homelike gegründet.