18.05.2018, Berlin | Experte: Mathieu Caudal, Gründer UNU Motors |

Start für das „Open Network“ in Berlin – knapp 30 Gäste und Mitarbeiter waren am Donnerstagabend in den Eat & Meet-Bereich des DuMont Berliner Verlag gekommen, um den Vortrag von Mathieu Caudal zu hören. Doch warum wurde ein Speaker aus der Fahrzeug-Branche eingeladen? Das hat gute Gründe. Caudal hat 2013 zusammen mit zwei Kollegen das Startup Unumotors gegründet. Es ist derzeit eines der innovativsten deutschen Unternehmen. Mit einem Lifestyle-Konzept wollen sie es mit namhaften Autoherstellern aufnehmen. Elektro-Antrieb, Sharing und autonomes Fahren sind die großen Bereiche, die man bei Unu miteinander in Einklang bringen will.

In seinem Vortrag „Jung, mobil, vernetzt – wie sich die Gesellschaft bewegt“ konnte Caudal wichtige Impulse für unsere tägliche Arbeit geben. So erläuterte er zu Beginn seines Vortrags das Geschäftsmodell. Es sei wichtig zu entscheiden, wofür eine Marke steht und was sie antreibt. Mit dem Slogan „We building a global mobility brand“ will Unumotors darauf aufmerksam machen, dass sie mehr als nur ein Produkt sind.

„Wir sind keine Roller-Hersteller. Wir sind eine Marke mit der Idee, die Leute wieder mehr mit ihrer Stadt zu verbinden. Wir glauben, dass Mobilität in der Stadt momentan gebrochen ist. Das heißt, dass die Leute die Stadt nicht voll und ganz erleben können“, sagt er. „Wenn wir abends verabredet sind, aber uns auffällt, dass wir noch eine Stunde zu unserem Freund brauchen, scheitert eine Verabredung meistens daran“. Aus dieser Lücke entstand die Gründungsidee für Unu. „Als wir in Asien studierten und selbst erfahren haben, wie Roller – und insbesondere Elektroroller – uns einen ganz neuen Zugang zu den Städten ermöglichten, wollten wir das nach Deutschland holen. 2014 kam das erste Produkt- ein Elektroroller mit portablem Akku auf den Markt“, sagt Caudal.

Anschließend ging der Franzose auf die erfolgreiche Strategie ihres Unternehmens, an dem DuMont über den Venturefonds Capnamic beteiligt ist, ein. Diese besteht aus drei Ebenen. An erster Stelle wollten sie ein Transportmittel entwickeln, das einfach zu nutzen ist. „Perfekt ist ein Roller, denn den kann man fast überall parken und er ist genauso schnell wie Autos oder sogar schneller“, so Caudal. Dann wollten sie, dass dieses zusätzlich stylish aussieht und gleichzeitig umweltbewusst ist. Ihre Kunden sollen das Thema Mobilität mit Emotionen verbinden und sich mit dem Produkt identifizieren können. „Mit Unu sollst du mit deinem individuellen Roller  deine Stadt entdecken“. An dritter Stelle musste über den Preis des Produktes und dessen Herstellung diskutiert werden. Der Elektroroller muss günstiger sein, als die herkömmliche Benzin-Alternative.

Nicht zuletzt ging er auch auf das Thema Elektromobilität ein und die wichtige Frage: Warum redet jeder über Elektromobilität, aber aus welchen Gründen wird diese auf der Straße nicht genutzt? Das liege daran, dass es bisher immer noch zu schwierig gewesen war, die nächste Ladestation aufzufinden. Unumotors hat für seinen Elektroroller eine portable Batterie entwickelt, die man einfach raus nimmt und an jeder normalen Steckdose laden kann.

Um dafür ein Gefühl zu bekommen, wie Unu seine Ziele so erfolgreich miteinander kombiniert hat, gab es am Ende der Veranstaltung eine kleine Rundfahrt mit einem der Elektroroller. Dies sorgte für viel Begeisterung und Freude bei den Gästen.

Sie wollen bei der nächsten Open Network-Veranstaltung dabei sein? Dann melden Sie sich einfach über open_network@dumont.de mit Betreff „Open Network“ an.

Zusammenfassung des Vortrags von Mathieu Caudal (18. Mai 2017 in Berlin). Die wichtigsten Learnings:

  • Bei der Produktentwicklung müssen die Wünsche der Kunden herausgearbeitet werden.  (Bei Unu: Das gewohnte Stadtbild soll sich verändern. Den Menschen muss wieder ein Zugang zum Stadtleben ermöglicht werden.)
  • Das Preis-Leistungsverhältnis muss angepasst werden.
  • Beim Verkauf ist der direkte Kontakt mit dem Kunden wichtig.
  • Das Unternehmen muss für seine Werte stehen. Unu steht als Lifestyle Produkt und will Emotionen wecken.
  • Um das Projekt soll eine Community aufgebaut werden, dies ist ein wichtiges Objekt für die Kundenbindung.
  • Die Kunden sollen die Möglichkeit haben, sich das Produkt selbst zu gestalten um einen persönlichen Bezug zu entwickeln.
  • Online-Shopping muss leicht und selbsterklärend sein, sonst brechen die Kunden den Bestellvorgang ab.
  • Das Design des Produkts muss für den Kunden ansprechend sein.
  • Das Produkt muss leicht zu bedienen sein, sonst wird es nicht verkauft.
  • Presse-und PR Marketing ist ein gutes Element.

Über den Speaker:

Mathieu Caudal hat zusammen mit Elias Atahi und Pascal Blum das Unternehmen Unu 2013 gegründet. Vor Unu arbeitete er bereits unter anderem bei VOLVO, MAN Trucks and Buses sowie ETIC INSA Technologies. Seinen Master in Elektrotechnik machte er am National Institute of Applied Sciences in Lyon.