November 2017 in Berlin, Februar 2018 in Köln, März 2018 in Halle | Experte: Steven Rau, Geschäftsführer DuMont Process und leidenschaftlicher Extremsportler | Sein Plan war so verwegen, dass ihn selbst seine Freunde dafür ausgelacht haben. Als Steven Rau, Geschäftsführer der DuMont Process und einer der härtesten Extremsportler Deutschlands, ihnen erzählte, dass er in maximal 17 Tagen von Wilhelmshaven aus bis auf die Zugspitze laufen wolle, kamen immer wieder die gleichen Fragen und Aussagen. Bist du verrückt? Das schaffst du nie! Das ist ja total schwachsinnig. Stimmt mir dir irgendetwas nicht? Aber Steven Rau hat sich von diesen Reaktionen nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil: es hat ihn noch mehr motiviert.

Nur Wurzeln und Früchte vom Wegesrand gegessen

Im Rahmen des Open Network hat Steven Rau am Mittwochabend im Neven DuMont Haus sehr unterhaltsam geschildert, wie er seine Mission trotz aller Zweifel zu einem erfolgreichen Ende gebracht hat. Und dabei hat er die gut 900 Kilometer nicht nur zu Fuß zurückgelegt, also circa 60 Kilometer pro Tag. Er hat sich während der gesamten Zeit ausschließlich von Früchten und Wurzeln ernährt, die er am Wegesrand gefunden hat. Außerdem hat er natürlich nicht in einem schicken Hotel übernachtet, sondern im Freien, hinter irgendwelchen Zäunen, auf Parkplätzen von Baumärkten, im Schatten von Schnellrestaurants – und das bei Wind und Wetter.

 

Steven Rau musste viele Hindernisse auf dieser Tour hinter sich lassen. Nach dem ersten Tag hatte er so große Blasen unter den Füßen, dass er kurz vor der Aufgabe stand. Aber er ist weitergegangen, er hat nicht aufgegeben. Auch in den folgenden Tagen ist er immer wieder an weitere Grenzen gestoßen und hat dabei viel über Motivation gelernt. Über Fokussierung zum Beispiel: „Man kann sich auf die schmerzenden Blasen konzentrieren. Dann wird es immer schlimmer. Oder man kann sich auf den schönen Baum an der nächsten Wegkreuzung fokussieren. Oder auf die Erinnerung an das erhebende Gefühl, nach kurzer Nacht gefühlt der erste Mensch zu sein, der die Sonne aus dem Morgennebel steigen sieht. Dann lassen die Schmerzen nach.“

Bei dickstem Nebel auf die Zugspitze

Die Freunde jedenfalls hatten am Ende Unrecht. Steven Rau ist im dicksten Nebel auf der Zugspitze angekommen. Es folgten als weitere Herausforderungen – zum Beispiel eine Alpenüberquerung in Rekordzeit und eine doppelte Wüstendurchquerung. Heute gibt Steven Rau seine Erfahrungen in Vorträgen weiter. Im Hauptberuf ist er Geschäftsführer der DuMont Process, die von Berlin aus ein umfassendes Dienstleistungsangebot rund um Kundenkommunikation anbietet. Seine sportlichen Erfahrungen helfen ihm jeden Tag im Büro.

Steven Rau hat in seinem spannenden Vortrag deutlich gemacht, dass aus seiner Sicht neun Punkte darüber entscheiden, ob ein Projekt – egal ob im Sport oder im Beruf – erfolgreich wird oder ob es misslingt:

1. Visionen sind der Antrieb der Menschheit

Steven Rau: „Nur weil wir Visionen haben, konnten die ersten Menschen auf den Mond fliegen oder 100 Meter unter zehn Sekunden laufen. Nur wer Visionen hat, kann vorwärts kommen und Ziele erreichen.“

2. Man muss das Scheitern als Chance begreifen

Steven Rau: „Wenn etwas nicht funktioniert, muss man die richtigen Lehren daraus ziehen, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Das gilt für alle Lebenslagen – auch im beruflichen Umfeld. In einem Unternehmen wird meist erst dann ein Change-Prozess eingeleitet, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Wenn alles wunderbar ist, gibt es meist keinen Grund für Veränderungen.“

3. Das Ziel sollte visualisiert werden

Steven Rau: „Ziele müssen greifbar sein. Ich habe mir vor meiner 900-Kilometer-Tour von all meinen Zwischenzielen Bilder ausgedruckt und diese in meiner Wohnung ausgehängt. So kam mir die Strecke, die ich zurücklegen musste, nicht mehr so unwirklich und unrealistisch vor.“

4. Ziele müssen klar formuliert sein

Steven Rau: „Nur wenn man ganz klar weiß, wo man hin will, kann man dieses Ziel auch erreichen.“

5. Irgendwann muss man anfangen

Steven Rau: „Der Erfolg basiert aus meiner Sicht auf drei Buchstaben: man muss etwas TUN. Irgendwann muss man den Traum- und Planungsmodus verlassen und in die Umsetzungsphase übergehen. Sonst wird es nicht klappen, sonst wird man seine Ziele nie erreichen können. Selbst die beste Idee bringt einen nicht weiter, wenn sie nur in der Theorie existiert und nie in die Praxis übergeht.“

6. Man muss Motive suchen

Steven Rau: „Ich stelle mir immer wieder die Frage: warum mache ich dieses oder jenes? Wenn man für sich selbst die Antworten darauf kennt, dann kann man auch schwierige Situationen überstehen.“

7. Fokussieren ist ganz wichtig

Steven Rau: „Ich habe gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mich auf die entscheidenden Dinge konzentrieren kann. Wann immer es möglich ist, sollte man Nebensächlichkeiten ausblenden.“

8. Zwischenziele setzen

Steven Rau: „Unser Kopf ist oft unser größter Feind. Das gilt für den Sport genauso wie für den Beruf. Auch viele kleine Ziele ergeben etwas Großes. Ich war bei meinen Touren öfters an der Stelle, dass ich eigentlich nicht mehr weiter konnte. Dann habe ich mir immer wieder neue, kleine Zwischenziele gesetzt und habe es schließlich doch komplett geschafft.“

9. Probleme erkennen, Probleme lösen

Steven Rau: „Bei diesem letzten Punkt muss ich immer an die Serienfigur MacGyver denken, der für jedes Problem eine Lösung gefunden hat. Ich bin inzwischen auch davon überzeugt, dass es keine unlösbaren Probleme gibt. Wenn einer meiner Mitarbeiter mit einem Problem zu mir kommt, ist es mir am liebsten, er hat auch direkt einen Lösungsvorschlag parat. Probleme bringen uns nicht weiter, Lösungen hingegen helfen sehr.“

Am 15. März ist Steven Rau im Rahmen des Open Network in Halle zu Gast.

Über den Speaker

Steven Rau gilt als härtester Extremsportler der Welt. Zudem ist Rau Geschäftsführer der DuMont Process.