Experte: Andy Baxendale, Entwicklungstechniker bei Oracle in London

Eine Bingo Box zeigt auf simple Weise, wie Künstliche Intelligenz unseren Alltag bald verändern wird. Bingo Box werden Einkaufsläden in China genannt, die aussehen wie Schuhkartons und von den Kunden zu jederzeit  betreten werden können. Per Smartphone lässt sich die Eingangstür öffnen, in den  Regalen findet der Kunde, was er sucht, denn Algorithmen analysieren sein Kaufverhalten und sorgen dafür, dass die gewünschte Ware auch da ist, und am Ende wird die Ware eingescannt und per App bezahlt.

Andy Baxendale, Entwicklungstechniker bei Oracle in London, war nach Berlin gekommen, um im Rahmen der Open-Network-Veranstaltungen von DuMont über die Zukunftstechnologien zu sprechen. Zunächst versuchte er, den Zuhörern die Angst vor dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu nehmen. Er erinnerte an die Auswirkungen der Industrialisierung, an die Veränderung der Arbeitswelt und das Ergebnis.  „Der Menschheit geht es besser“, sagte er. Er erinnerte auch an den demografischen Wandel, in Ländern wie Deutschland werden in den kommenden Jahrzehnten Arbeitskräfte fehlen, prognostizieren Wirtschaftsforscher. Eine gute Gelegenheit, um Dienstleistungen an Roboter zu übertragen, sagte Baxendale. 

Den Verkehr dank Künstlicher Intelligenz besser lenken

Aber er machte auch deutlich, dass die Geräte noch viel lernen müssen, um nur halbwegs das zu erreichen, was sie in Science-Fiction-Filmen schon können. Und dann sind da die Bereiche, in denen es um Umweltschutz und Klimawandel geht. In Berlin hoffen Stadtplaner beispielsweise darauf, dass mit klugen Maschinen der Verkehr besser gesteuert werden kann, sodass  weniger Abgase entstehen. In seiner Schlussbemerkung empfahl er, sich gut gelaunt  auf die Zukunft  einzulassen. „Wir sollten lernen, mit Robotern zu tanzen und nicht vor ihnen wegzulaufen“, stand auf der letzten Folie, die er präsentierte. 

In der anschließenden Fragerunde machte Baxendale deutlich, dass es inzwischen eine große Menge an technischen Innovationen gibt, auf die Unternehmen zugreifen können. Er nannte die Beispiele Künstliche Intelligenz, Robotertechnik, Virtual und Augmented Reality. Aber was einsetzen? Baxendale empfahl zunächst die Frage zu klären, welche Strategie das Unternehmen verfolge und was geändert werden müsse, also die Strategie des Design Thinking. „Dann“, sagte er, „findet man auch die technischen Lösungsmöglichkeiten dazu.“