Experte: Robert Zilz, Head of Data bei der DuMont next |

Ob nun für den privaten Gebrauch oder in der Redaktion: Gerade im Hinblick auf die stetig wachsende Digitalisierung haben wir mit einer riesigen Datenmenge zu tun.  Dabei wächst die Anzahl der „Big Data“, also dem Berg der täglich verfügbaren Daten stetig und macht es für alle Kolleginnen und Kollegen nicht immer unbedingt einfach, den Überblick über die Informationen zu behalten.

Doch die Verfügbarkeit und der Zugriff auf eine wachsende Flut von Daten eröffnen den Redaktionen auch völlig neue Chancen. Welche das sind, hat Robert Zilz, Head of Data bei der DuMont.next, beim Open Network in Halle gezeigt. „Daten erheben – und zielgerichtet nutzbar machen!“ war sein Thema und Zilz zeigte Möglichkeiten auf, wie ein riesiges Datenmeer mit den richtigen Analysemöglichkeiten zielgerichtet für Entscheidungsprozesse und Produkte genutzt werden kann.

Halle, 14.03.2019: Open Network zum Thema Big Data im Medienhaus der Mitteldeutschen Zeitung in Halle.

Bei der Runde in der Kaffeelounge der MZ-Kantine ging es dabei sowohl um die richtigen Tools der Gegenwart und Zukunft, aber auch darum, das eigentliche Ziel niemals aus den Augen zu verlieren – den Kunden. Denn dieser steht laut des Web-Analysten bei der Bereitstellung von Content im Mittelpunkt: „Während in der Vergangenheit vornehmlich die Reichweite im Vordergrund stand, wenden wir uns nun immer mehr dem Nutzer zu“, so Robert Zilz.  Ein Beispiel sei dabei die Fokussierung auf „Priority-Visitors“, als jenen Nutzern, die eine besonders hohe Affinität zu der angebotenen Marke oder dem Produkt haben.

Für das Digitalangebot sei diese Zielgruppe von großer Bedeutung. „Wenn Redaktionen künftig mehr Engagement auf diese Zielgruppe legen, kann sich das auch positiv auf die Reichweite auswirken“, so der Web-Analyst.  Das zeige sich auch deutlich anhand bereits vorhandener Beispiele des Kölner Stadt-Anzeiger sowie des Kölner Express. So hätten im Januar 2019 beispielsweise 14 Prozent von  registrierten Nutzern des Kölner Stadt-Anzeiger, die eine besondere Affinität zum Sport-Content aufweisen, ebenfalls auf das Angebot des Express zurückgegriffen.

Laut des DuMont.next-Experten würden sich auch in Zukunft Reichweite und Zielgruppe gegenseitig beeinflussen. Doch das sei nur eine von vielen Strategien, die den Big Data-Journalismus zu einer Chance machen kann.  Ferner ließ er auch Trackingtools wie „Adobe Analytics“ und „Linkpulse“ eine „mächtige“ Bedeutung zukommen. Diese würden vor allem durch ihre Echtzeit-Darstellung für den Online-Journalismus unverzichtbar sein. Als weitere Produkte der Prozessoptimierung von Daten verwies Robert Zilz auch auf bereits omnipräsente Technologien durch etwa intelligente Lautsprecher wie Amazons „Alexa“ oder dem Google Chrome Layer Plugin.

Doch um wirklich sinnvoll datengetrieben zu arbeiten, reiche die reine Erhebung und Präsentation  allein nicht, so Robert Zilz. Demnach sollte die Arbeit mit den Informationen aus den unterschiedlichsten Systemen auch in die  Denkweise der Redaktionen fest verankert werden. Der DuMont.next-Experte gab den Open Network-Teilnehmer am Ende des Abends noch seine „magische Formel“ für guten Big Data-Journalismus mit auf dem Heimweg: „Es bedarf einer sehr großen Datenmenge, einer modernen Technologie, einem zielgerichteten Zweck sowie einer Personalisierung des Angebotes.“

Unser Experte

Robert Zilz ist seit März 2018 Head of Data bei der DuMont next. Nach seinem Master in Internationalem Marketing und Media Management an der Rheinischen Fachhochschule Köln, war er in den vergangenen vier Jahren Webanalyst und Manager Digital Business Analytics bei DuMont.