25. September 2018, Hamburg; 11. September 2018, Köln | Experte: Nico Lumma, Managing Partner des next media accelerators | Wie können Medienunternehmen von der Innovationskraft von Startups profitieren? Und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Next Media Accelerator (NMA) in Hamburg? Beim Open Network in Köln war Nico Lumma zu Gast, Managing Partner des NMA. Der Accelerator unterstützt Startups, die Ideen für die Medienwelt im Fokus haben, seit einigen Jahren finanziell, mit Fachwissen und relevanten Kontakten in die Branche.

Der Next Media Accelerator hilft während des jeweils sechsmonatigen Zyklus nicht nur bei der Produktentwicklung und dem Fundraising. Er unterstützt das Startup auch mit Kapital und einem temporären Büro in Hamburg. Zum Next Media Accelerator gehören als Investoren Medienunternehmen wie Axel Springer, Spiegel, Zeit und DPA. Im Gegenzug erhalten sie Zugang zu den Innovationen. „Wir konzentrieren uns gezielt auf Mediatech-Startups aus der EU und aus Israel“, sagte Lumma. Besonders Israel sei ein spannender Markt: „Die Gründer dort denken permanent quer, sie überprüfen ständig ihren Status quo und hinterfragen sich immer wieder. In Israel gibt es die höchste Startup-Dichte der Welt. Dort wird ein ganz anderes Tempo vorgelegt als beispielsweise in Deutschland.“

Im weiteren Verlauf seines Vortrags stellte Lumma ausgewählte Startups und deren Idee vor, bei denen die Experten eine positive Weiterentwicklung erwarten:

Contentflow bietet Video-Livestreaming von Events, Pressekonferenzen und Tagungen an. Neben der einwandfreien Video-Darstellung (auf allen stationären und mobilen Endgeräten in Full HD) inklusive sofortiger Bereitstellung der Aufzeichnung nach dem Event, ist besonders die Möglichkeit des moderierten Chats inklusive Social-Media-Anbindung eine Stärke von Contentflow.

Aiconix setzt auf Artificial Intelligence und Machine Learning im Bereich Videooptimierung. Mithilfe einer Software ist es dem Startup möglich, bereits während der Videoerstellung wichtige Analysedaten an die Content-Produzenten zu liefern und die Informationen innerhalb kürzester Zeit in das Video zu integrieren. Hierdurch werden die Inhalte optimal an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst und die Klickrate erhöht.

Heysite hat die Art und Weise neu definiert, wie Menschen eine Website erstellen: kostenlos, einfach, in einer Minute und auf jedem Gerät.

Playgorithm hat eine interaktive Content-Gamification-Plattform entwickelt. Beispielweise unter einem Artikel über Kim Kardashian kann die Digitalredaktion ein Quiz mit Fragen rund um Kim Kardashian einbauen, das deren Fans lösen und über das sie sich mit anderen Anhängern des US-Models weltweit messen können. Auf diese Weise können die digitalen Plattformen die Verweildauer der Nutzer erhöhen und neue Zielgruppen ansprechen.

Whyapply ist ein innovatives Jobportal, das Bewerbungsunterlagen überflüssig macht. Das System hinter Whyapply funktioniert so: Mitarbeiter suchende Unternehmen stellen auf Whyapply kleine Aufgaben, die an dem Job Interessierte online bearbeiten können. Wer mit seinen Antworten am überzeugendsten auftritt, wird zum persönlichen Gespräch eingeladen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Bewerbung anonym ist. Vorurteile gegenüber Aussehen, Geschlecht oder Herkunft  können so ausgeschlossen werden.

Voimada ist ein spannendes Tool für die Redaktionen. Die Online-Plattform will dank künstlicher Intelligenz und Datenanalyse das Schreiben revolutionieren. Der Redakteur muss seinen Text nicht mehr selbst am Computer ins System tippen, sondern kann seinen Beitrag diktieren. Voimada optimiert und digitalisiert diesen dank maschinellen Lernens und einer Spracherkennungssoftware.

Der Speaker

Nico Lumma, 46 Jahre alt, ist Managing Partner des next media accelerators in Hamburg und beschäftigt sich seit knapp 20 Jahren mit Medien-Innovation. Nach Stationen bei MediaVentures/Ströer, Scholz & Friends und Digital Pioneers hat Lumma zusammen mit der dpa Deutsche Presse Agentur 2015 den next media accelerator gestartet.